Sebastian Isepp

Sebastian Isepp (1884-1954)

Sebastian Isepp (1884-1954)
wurde am 18. Feber 1884 in Nötsch als Sohn eines Gastwirtes geboren. Nach der Matura ging er 1903 an die Wiener Akademie der bildenden Künste. Er gehörte 1909 - gemeinsam mit Oskar Kokoschka und Egon Schiele - zu den führenden Mitgliedern der „Neukunstgruppe“. Seine stilistische Entwicklung fand ihre Anregungen bei Gauguin und im internationalen Sybolismus, wenig später wandte er sich der stärker realistisch orientierten Malerei tiefverschneiter Waldlandschaften zu. Noch während des 1. Weltkrieges dürfte Isepp seine eigene künstlerische Arbeit abgebrochen und sich der Restaurierung von Gemälden und Skulpturen alter Meister zugewendet haben. In dieser Eigenschaft leitete Isepp die Restaurierwerkstätte des Kunsthistorischen Museums in Wien. Die Jahre nach der 1938 erfolgten Emigration - die durch die jüdische Herkunft seiner Frau erzwungen wurde - verbrachte Isepp bis zu seinem Tod 1954 als hochgeschätzter Restaurator in London.


 

Besuch der Realschule in Marburg, an der Isepp 1903 mit Auszeichnung maturierte.
Gemeinsam mit seinem Bruder Hubert beschäftigte sich Sebastian Isepp mit dem Bau, der Restaurierung und dem Spiel von historischen Saiteninstrumenten.
1903 ging Isepp an die Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er bei dem Secessionisten Prof. Rudolf Bacher studierte. Von 1908 bis 1918 nahm Isepp selbst an bedeutenden Ausstellungen der Wiener Secession teil, wobei er noch im Katalog von 1910 unter der Adresse "k. k. Kunstakademie" angeführt wird.

Um 1910 reiste Isepp wegen eines Lungenleidens rund um Afrika.
1911 erfolgte die für die österreichische moderne Kunst bahnbrechende "Sonderausstellung Malerei und Plastik" in den Räumen des "Künstlerbundes Hagen", wo Isepp und Oskar Kokoschka je zwei eigene Säle vorbehalten blieben, während sich die anderen Künstler - darunter Anton Kolig und Franz Wiegele - mehrere gemeinsame Räume teilen mußten.
1915 - 1918 leistete Isepp den Kriegsdienst größtenteils an der italienischen Front ab. Hier wurde er auch lebensgefährlich verschüttet. Mit Kriegsende kehrte Isepp nach Nötsch zurück. Um diese Zeit scheint er - trotz des großen Erfolges, den er mit seiner Malerei hatte - seine eigenständige künstlerische Tätigkeit weitgehend aufgegeben zu haben.



 

Winterlandschaft, um 1908, Stickerei auf Leinen

In den Jahren 1921 - 1938 war Wien der Hauptwohnsitz Isepps. 1920, 1925 und ein letztes Mal 1929 - wenige Wochen vor dem Tod des großen Dichters - reiste er mit Hugo v. Hofmannsthal nach Italien, 1924 mit Oskar Kokoschka und Adolf Loos nach Paris.Bereits ab den frühen 20er Jahren trat Isepp als Restaurator hervor und betreute die bedeutenden Wiener Privatsammlungen Seilern, Lanckoronski und Liechtenstein.



 

Bauernhaus, um 1910, Öl auf Leinwand

1925 heiratete Isepp die Sängerin Helene Hammerschlag, der Tochter eines Wiener Bankdirektors jüdischer Herkunft. 1927 Geburt der Tochter Konstanze, 1930 des Sohnes Martin.
Seit 1925 war Isepp als Restaurator am Kunsthistorischen Museum in Wien tätig, dessen Werkstätte er ab 1936 leitete.
1938 emigrierte Isepp mit Familie nach England, wo er an der National Gallery in London, dem Ashmolean Museum in Oxford und für verschiedene bedeutende Privatsammlungen, wie die Royal Collection, als Restaurator von Weltruf tätig war.
1947 nahm Isepp die englische Staatsbürgerschaft an.
1951 entstand das Porträt Sebastian Isepps von Oskar Kokoschka.
Am 3. Dezember 1954 starb Isepp in London.

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Waldinneres im Winter, um 1910, Öl auf Leinwand Isepp